October 2007

Fotos von Vitamin Q 2007

Geschrieben von am 14. October 2007 in Vitamin Q | Im Moment keine Kommentare.

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“Campusradio als Berufseinstieg?” wird hier diskutiert.

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Entspanntes Kaffeetrinken zwischen den Podiumsdiskussionen.

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Die Diskussion “Verändert das Web 2.0 den Journalismus?” war – wie erwartet – recht kontrovers.

Weitere Fotos vom gestrigen Event und vom Abend in der Blechtrommel gibt’s in diesem flickr-Set.

Vitamin Q live (2)

Geschrieben von am 13. October 2007 in Live, Vitamin Q | Im Moment ein Kommentar.

Live gebloggt aus dem agora-Tagungshotel in Münster: Vitamin Q – der Tag zum Radio Q.

Autor: Dominik Osterholt

Podium 2: “Verändert das Web 2.0 den Journalismus?”

Auf dem Podium sitzen Prof. Christoph Neuberger vom Institut für Kommunikationswissenschaft der Uni Münster, Thomas Knüwer (Redakteur, Blogger und Podcaster beim Handelsblatt), Peter Stawowy (Geschäftsführer und Chefredakteur der Jugendzeitschrift SPIESSER) und Malte Müller (Mitarbeiter von “Was mit Medien” bei Radio Q). Moderiert wird die Runde von Britta Kleymann (Deutsche Welle, Bonn).

Die FAZ hat einst den Prototyp des Bloggers als “bärtigen Nerd” definiert. Stimmt das?

17:30 Thomas Knüwer kann sich über diese Definition und diesen konkreten Artikel nicht genug aufregen. Stereotype seien dies, die nicht zuträfen, das hätten nicht zuletzt Erhebungen gezeigt, und wer auf Blogger-Konferenzen wie der re:publica anwesend gewesen sei, hätte sich vor Ort vom Gegenteil überzeugen können.

17:36 Prof. Neuberger verweist auf die ARD/ZDF-Onlinestudie, nach der Blogger – gerade in Deutschland – eher ein Randphänomen darstellen. Thomas Knüwer hakt hier ein und verweist auf den deutschen Durchschnittsnutzer, der Weblogs aufgrund seiner medialen Inkompetenz Blogs gar nicht als solche erkennen kann – dadurch erführen Weblogs in Deutschland geringe Aufmerksamkeit.

17:43 “Der Journalismus verliert durch Blogs an Qualität” meint Peter Stawowy. Malte widerspricht und bezweifelt, dass die Mehrzahl der Blogger einen journalistischen Anspruch haben und fordert von Peter ein konkretes Beispiel. “Don Alphonso” etwa ist Peters Meinung nach kein Journalist. Heftiger Widerspruch von Thomas Knüwer: allein durch seine Reportagen (z. B. zum Thema StudiVZ) habe Don Alphonso gezeigt, dass auch er journalistischen Anspruch und entsprechende Recherchearbeit erfülle.

17:47 Peter Stawowy beschreibt den Einfluss von YouTube, online verfassten Schülerartikeln und anderem user-generated content beim SPIESSER (bzw. dessen Online-Ableger). Das werde genau beobachtet und nach Eignungsbewertung auch aktiv genutzt.

Prof. Neuberger ist der Meinung, dass es trotz der neuen partizipativen Möglichkeiten Menschen geben muss, die Kontrolle z. B. in Foren zu wahren. Im Internet seien außerdem die Möglichkeiten nahezu unbegrenzt, Inhalte sinnvoll miteinander zu verknüpfen, während in klassischen Medien häufig eine Fragmentierung der Inhalte zu beobachten sei (z. B. ein Print-Leitartikel, der schnell wieder in der Versenkung verschwindet).

17:55 Thomas Knüwer warnt vor dem Universaljournalisten, der mit Laptop, Digital- und Videokamera unterwegs ist und Recherchearbeit, Verfassen von Printartikeln, Weblogeinträgen und Videos gleichzeitig verantwortlich ist – das könne rein zeitlich nicht klappen.

“Blogs leben von ihrer Subjektivität” meint Knüwer weiter, daher ergeben gegengelesene Blogs von Tageszeitungen keinen Sinn. Wer zu seinen Weblog-Redakteuren kein Vertrauen habe, solle das Projekt Weblog besser lassen.

18:10 Thema Privatsphäre im Internet: Malte zitiert einen provokanten Artikel aus dem New York Magazine, in dem vermutet wurde, dass ein aktueller Generation Gap vorläge, dessen älterer Teil nicht mehr nachvollziehen könne, wie selbstverständlich heutige junge Internetnutzer mit dem Netz als Lebensbestandteil umgehen. Beziehungsende heute nicht mehr per SMS, sondern per Statusänderung (in a relationship/single) im nächstbesten Social Network?

Prof. Neuberger glaubt nicht, dass durch Social Software eine neue Form der Kontaktfindung entsteht. Eher hätten etwa die jüngste Studie des IfK zum Thema StudiVZ ergeben, dass eher keine neuen Kontakte durch diese Netzwerke entstehen, sondern fast nur alte, im Real Life generierte Kontakte gepflegt werden.

18:13 Frage aus dem Publikum an Thomas Knüwer: Wenn die Web 2.0-Szene in Deutschland so unterentwickelt sei wie vorhin erwähnt, “was müssen wir noch tun?”. Knüwer meint, das Problem sei: die klassischen Medien seien dem Internet nach wie vor abgeneigt. Das Internet sei der Feind der klassischen Medien (Gefahren würden in den Vordergrund gestellt). Die Politik (Minister Glos wird zitiert: “Ich habe zum Glück Leute, die für mich das Internet bedienen”) ziehe auch nicht mit.

Prof. Neuberger meint, die Kultur der Meinungsvielfalt werde in den angelsächsischen Ländern – speziell nach dem 11. September – viel stärker gepflegt und dortig angesiedelte Blogs seien seit diesem Datum auch stärker politisiert. In diesen und auch anderen Ländern würden durch lebendige Bloggerszenen u. a. Lücken gefüllt, die durch nicht vorhandene bzw. qualitativ minderwertige Medien offen blieben. Auch besteht seiner Meinung nach die Möglichkeit, dass die hohe Qualität klassischer Medien in Deutschland einen solchen Bedarf bereits deckt.

18:33 Weblogs seien nur eine Funktion, sozialen Austausch zu pflegen, meint Malte. Man müsse immer beobachten, welches Ziel ein Weblog verfolgt – ein privat geführtes öffentliches Tagebuch habe sicherlich nicht den Anspruch, professionellen Journalismus zu betreiben.

Ein Einwand aus dem Publikum bezweifelt, dass die große Masse der Internetnutzer Blogs und andere Web 2.0-Angebote so eindeutig als solche zu identifizieren in der Lage sind. Daher stellten sich die hier aufgeworfenen Fragen – Diskrepanz zwischen professionellem Journalismus und Laientum – für die meisten Menschen gar nicht.

18:49 Knüwer: Die Relevanzfrage stellt sich nicht. “Da hat jemand ein schönes Hobby, so lasst sie doch”, meint er. Warum werden Blogs überhaupt so angefeindet? Gegenthese aus dem Publikum: “Im Gegensatz zu Taubenzüchtern maßen Blogger sich an, die Medien zu kritisieren.” Blogger sind die Kunden der klassischen Medien, so Knüwer, und kritisieren sie öffentlich.

In bilateralen Diskussionen bei der Abendgestaltung werden die Diskussionen sicher fortgeführt. Vielen Dank und bis zum nächsten Vitamin Q – dem Tag zum Radio.

Vitamin Q live (1)

Geschrieben von am 13. October 2007 in Live, Vitamin Q | Im Moment 3 Kommentare.

Live gebloggt aus dem agora-Tagungshotel in Münster: Vitamin Q – der Tag zum Radio Q.

Autor: Dominik Osterholt

15:26 Jörg Wischinski, Vorsitzender des Freunde und Förderer von Radio Q e. V., eröffnet die Veranstaltung. Das Programm wird vorgestellt und der Sinn der Namensschilder (= Social-Networking-Komponente und Eintrittskarte zur After-Show-Party in einem) erörtert. Dazwischen gibt’s Diskussionen zu den Themen “Campusradio als Berufseinstieg” und “Verändert das Web 2.0 den Journalismus?”, anschließend findet die Mitgliederversammlung des Fördervereins statt, danach gibt’s ein Abendessen in der münsterschen Kneipe “Blechtrommel”.

15:33 Auf dem Podium sitzen Manuela Rüther (NDR), Stefan Fries (HR), Sebastian Pähler (Universität Münster) und Christian Willers (Kinon GmbH). Moderiert wird die Diskussionsrunde von Hendrik Buhrs (Radio Q und designierter HR-Volontär).

15:43
Wie haben die Diskutanten den Weg zum Campusradio gefunden? Manuela hat den “klassischen” Weg gewählt: Als Studentin der Kommunikationswissenschaft hat sie in einer Einführungsveranstaltung von Radio Q gehört. Stefan Fries war bereits vorher beim Bürgerfunk aktiv und ist durch dieses Engagement beim Campusfunk gelandet. Christian Willers, UNfunker der ersten Stunde (- das war der Vorgängersender von Radio Q) wollte auch mal Frauen beeindrucken und kam so zum Hochschulrundfunk. Sebastian Pähler hatte vorher schon journalistische Erfahrung beim Lippstädter Lokalpatriotismusblättchen gesammelt und baute diese später beim Aschendorff-Verlag als rasender Reporter aus. (Stichwort: Artikelw***ser.)

15:54 Manuela stellt durch ihre Erfahrungen im Volontariat und vorangegangenen Praktika fest, dass die flachen Hierarchien von Radio Q sonst kaum vorkommen. Titel von damals (z. B. Chefredaktion a. D.) zählen ihrer Meinung nach später weniger – wichtiger ist, was man aktuell täglich leistet.

16:02
Christian Willers hat bei Radio Q einst PR gemacht – die Erfahrungen aus diesem Bereich helfen ihm bei seinem PR-Job heute ebenso wie seine journalistischen Erfahrungen bei Q. “So kann man Journalisten auf ihrer Ebene besser begegnen”, meint er. Noch wichtiger findet Christian die Soft Skills, die er auch bei Radio Q gelernt hat. Dazu gehört auch, sich von Journalisten abends an der Bar nicht gleich unter den Tisch trinken zu lassen. Aha.

16:06 Von Sebastian Pähler lernen wir, dass auch und gerade die Schatzmeisterei bei Radio Q ein spannender Job ist. (Glauben tut ihm das keiner.) Bei seiner Bewerbung im Rektoratsbüro der Uni Münster war es seiner Meinung nach sein durchgehendes Engagement neben dem Studium (u. a. bei Radio Q), das wohlwollend zur Kenntnis genommen wurde. In seinem neuen Job als persönlicher Referent der Rektorin darf er alles erledigen, was die Rektorin allein nicht erledigen kann oder will (wir dürfen an dieser Stelle vermuten: will). So ist er teils sogar als Ghostwriter tätig, denn die Rektorin schreibt entgegen der Erwartung aller nicht jeden Brief persönlich. Das macht aber nichts, wirft Hendrik ein, im Radio singen die Bands ja auch nicht immer live. Wie Recht er hat.

16:12 Bei Stefan Fries’ Bewerbung zu seinem Volontariat beim Hessischen Rundfunk fiel ihm auf, dass die potenziellen Arbeitgeber (hier: der öffentlich-rechtliche Rundfunk) nicht so sehr an Grundschulkarriere etc. interessiert sind, sondern eher an Studium und Engagement neben dem Studium. Von Vorteil waren die Vorkenntnisse, die Stefan bei Radio Q und bei Hörspielproduktionen beim WDR sammeln konnte, die ihm bei der Erstellung einer Probereportage für den HR sehr behilflich waren.

Beim Hessischen Rundfunk, berichtet Stefan weiter, absolviert der Volontär monatliche Stationen, bei denen man viele Kontakte vermittelt bekommt und aufbauen kann, die sehr wichtig sind. Auch die Spannbreite von verfügbaren Redaktionen und Ressorts, die man im Volontariat kennenlernt, sei groß und interessant.

16:22 Auch Manuela durfte bei ihrer Bewerbung eine Probereportage (aus dem Zoo) abliefern. Als sie damit eine Runde weitergekommen war, durfte sie vor einer nur 18-köpfigen Auswahlkommission Rede und Antwort stehen.

Heute ist sie sich sicher, dass die vielen Praktika, die sie während des Studiums geleistet hat, für ihr Volontariat zwar nicht unbedingt nötig gewesen wären – aber sie persönlich habe sehr davon profitiert. Beim NDR haben Manuela und ihre Mitvolontäre “von der Pieke auf” auch das technische Handwerk gelernt.

Stefan wirft ein, dass – zumindest beim HR – durchaus einiges an technischem und journalistischem Wissen vorausgesetzt wurde und er so auf jeden Fall von den Erfahrungen bei Radio Q direkt profitiert hat. “Ohne dieses Wissen hätte ich beim HR nicht mitmachen können”, meint er heute.

Zwar genösse man während des Volontariats so etwas wie vorläufigen “Welpenschutz”, aber sobald man – wie Stefan heute – für jeden einzelnen Beitrag bezahlt wird, sei die Kritik unter Umständen auch recht harsch. Die Feedback-Kultur beim öffentlich-rechtlichen Sender sei indes eine andere als beim Campusfunk: Der Druck komme durch den (selbst unter Druck stehnenden) Chef zustande, der diesen durch die Hierachien weitergebe. Im Gegensatz zu Radio Q werde aber meist sehr ehrliches und auch sehr harsches Feedback gegeben.

16:37 “Habt ihr zuviel gemacht bei Radio Q und hättet lieber mehr studieren sollen”? Nein, ist die einhellige Meinung. Das Studium sei wichtig, aber nicht das Wichtigste. Ein interessantes Ergebnis.

16:41 Frage aus dem Publikum: Ist der journalistische Weg aus finanzieller Sicht überhaupt (noch) empfehlenswert? Thomas Knüwer meint: Reich wird man sicher nicht. Wer reich werden will, soll PR machen. Ein Problem, sagt Christian Willers: Wer einmal PR gemacht hat, hat es sehr schwer, den Weg zurück in die journalistische Arbeit zu finden. Thomas Knüwer ist anderer Meinung, das sei sehr wohl möglich.

16:51 Frage aus dem Publikum an Stefan Fries: Wie sieht es aus mit der Jobsicherheit als freier Mitarbeiter beim HR und wie steht es um die Zahlungsmoral? – Im Gegensatz zum NDR (Rauswurf aller freien Mitarbeiter nach zehn Jahren) und zum WDR (begrenzte Monatsarbeitszeit) kann man beim HR als “Freier” jederzeit “unbegrenzt” je nach Auftragslage arbeiten. Die Zahlungsmoral sei gut: Was in Auftrag gegeben werde, werde auch bezahlt.

16:54 Kaffeepause – nachher gehts mit Podium 2 weiter.

Anmeldung zum Abendessen

Geschrieben von am 7. October 2007 in Jobs & Karriere, Vitamin Q | Im Moment keine Kommentare.

Wer gerne am Samstagabend mit zum Abendessen in die Blechtrommel mitgehen möchte, ist herzlich eingeladen. Wir bitten aber um Anmeldung so schnell wie möglich, damit wir ausreichend Plätze reservieren können. Einfach mailen an foerderverein@radioq.de.

Das Plakat zur Veranstaltung

Geschrieben von am 2. October 2007 in Vitamin Q | Im Moment keine Kommentare.

Der Countdown läuft. Und unsere Werbemittel werden langsam fertig. In weniger als zwei Wochen treffen wir uns zum ersten Vitamin Q. Wir hoffen auf zahlreiches Erscheinen. Es sei an dieser Stelle noch schnell an das Essen erinnert. Jeder, der mit uns in der Blechtrommel speisen möchte, möge sich bitte via Mail an foerderverein@radioq.de dazu anmelden. Das machen wir nur, damit wir ausreichend viele Plätze reservieren.

Der Vorstand arbeitet an einem tollen Tag, wir freuen uns jedenfalls sehr darauf. Heute und morgen werden an der Uni und in den Mensen der Stadt noch Plakate aufgehangen. Das Plakat könnt ihr euch ansehen, ausdrucken und dort aufhängen, wo es jedermann sieht.

Also bis übernächste Woche