November 2007

Live-Blog (9): Verleihung des Campus-Radio-Preises 2007

Geschrieben von am 10. November 2007 in Live | Im Moment ein Kommentar.

Live von der Preisverleihung!

Im Rahmen der Campus-Radio-Preisverleihung übergibt Innovationsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart den Preis in der Kategorie “Wissenschaft”.

Die Eröffnung der Campus-Radio-Preisverleihung erfolgt durch Prof. Dr. Norbert Schneider (Direktor der Landesanstalt für Medien NRW). Durch die Preisverleihung führte Frank Angermund (Radio Neandertal).

Die Jury:

  • Matthias Felling (freier Journalist und Medienpädagoge, Köln)
  • Kate Maleike (Redakteurin “Campus & Karriere/PISAplus”, Deutschlandfunk, Köln)
  • Wolfgang Sabisch (Programmleitung m94.5, München)
  • Vorsitzende der Jury:
    Gudrun Gehl (Chefredakteurin Radio 90,1, Mönchengladbach)

Und hier die Preisträger:

Kategorie “Wissenschaft”

Gewinner: Niels Deuter, Gregor Hofmeyer; “Adventskalender; eldoradio* (Dortmund)

Niels Deuter, Gregor Hofmeyer; “Adventskalender; eldoradio* (Dortmund)


Kategorie “Moderation”

Esther Dorn-Fellermann; “Die Exzellenzinitiative”; Radio Sternwarte 96,8 (Bonn)

Kategorie “Hochschule”:

Mario Sarcletti; “Lange Lage”; Hertz 87,9 (Bielefeld)

Kategorie “Beste Spezialsendung”:

Christian Erll; “Banzai – Das Gagazin”; Radio Q (Münster)

Stephan Lütke Hüttmann in Vertretung für Christian Erll
Stephan Lütke Hüttmann in Vertretung für Christian Erll

Live-Blog (8): Fotos vom Campus-Radio-Tag 2007

Geschrieben von am 10. November 2007 in Live | Im Moment keine Kommentare.

IMG_4640.JPG
Grußwort von Prof. Weiler

IMG_4645.JPG
Podium 1: Campus-Radio: Eine Chance für den beruflichen Einstieg?!

IMG_4701.JPG
Podium 4: “Campus-Radios auf den Weg von der analogen in die digitale Welt”

Weitere Fotos vom Campus-Radio-Tag 2007 gibt’s in diesem flickr-Set.

Live-Blog (7): Campus-Radios auf den Weg von der analogen in die digitale Welt

Geschrieben von am 10. November 2007 in Live | Im Moment 3 Kommentare.

Auf dem Podium:

Podium 4

  • Impulsreferat:
    Matthias Felling,
    Freier Journalist und Medienpädagoge, Köln
  • Daniel Eiber,
    wiss. MA Bereich Medienpolitik Landtag NRW
  • Veit Schwab,
    CvD, M94.5, München
  • Jörg Wischinski,
    Vorstand CampusRadios NRW e. V.
  • Moderation: Daniel Fiene, „Was mit Medien“
    Radio Q, Münster / Antenne Düsseldorf

15:45 Matthias berichtet in seinem Impulsreferat: Weiterhin gibt es über 300 Mio. UKW-Empfänger. Analoges Radio ist damit weiterhin die Nr. 1. Eine Kurzumfrage im Publikum zeigt: Viele haben schon mal von DAB, also digitalem Radioempfang, gehört – Nutzer gibt es aber nur sehr wenige.

Seit der letzten Wellenkonferenz RRC06 steht fest, DAB wird kommen. Aufgeteilt wird zum Beispiel Nordrhein-Westfalen in kleinstmögliche Teile, so genannte Layer. Davon wird es insgesamt 9 geben. Aber: UKW wird auch weiterhin laufen, ein schneller Bruch ist nicht zu erwarten. Grund dafür ist unter anderem, dass die Kosten für einen einzigen (!) DAB-Sender bei ca. 70.000 EUR im Jahr liegen.

15:52 “Wir haben schon genug Arbeit damit, unser Programm voll zu kriegen”, sei ein häufig anzutreffendes Zitat, so Matthias. Sind Campusradios also überhaupt – etwa rein zeitlich – in der Lage, sich mit den neuen Techniken auseinanderzusetzen?

Gemeinsame Lobbyarbeit kann die Lösung sein, meint Matthias: Warum nicht mit Fachhochschulen kooperieren, und gemeinsame Lösungen z. B. in Pilotprojekten entwickeln? Drei Zukunftsszenarien:

1) Die Campusradios bemühen sich um gemeinsam genutzte DAB-Regionen oder gar ein Rahmenprogramm für Campusradios;
2) eines Tages frei werdende UKW-Frequenzen könnten von den Campusradios übernommen werden und weitergenutzt werden;
3) “Digitale Litfassäule” – eine lediglich lokale Verbreitung von Beiträgen, sozusagen als Podcast “ohne Internet”: Matthias stellt sich eine Downloadmöglichket von Beiträgen z. B. in der Unihalle im Vorbeigehen vor, etwa per Wi-Fi oder Bluetooth. Klingt nach Zukunftsmusik, aber möglich ist vieles.

Matthias’ Vortrag endet mit Tocotronics “Digital ist besser”. So viel steht anscheinend fest.

Daniel Fiene, Daniel Eiber16:03 Welches sind die politischen Ansatzpunkte für die Durchsetzung der Interessen der Campusradios – und wie kann man evtl. gemeinsam mehr erreichen? – Jörg Wischinski, Vorsitzender der CampusRadios NRW e. V.: Bislang war das kein allzu großes Thema, allerdings gab es bereits einen gemeinsamen Besuch im Landtag NRW, um bei den verschiedenen Fraktionen “anzuklopfen” und die Interessen der Campusradios vorzustellen. Insgesamt der Eindruck: Campusradios sind bei den Politikern im Moment eher wenig “auf dem Schirm”, eher schien man sich für die anstehenden Veränderungen beim Bürgerfunk zu interessieren.

16:07 Inwieweit spielt Digitalisierung eine Rolle in der Arbeit eines Chefs vom Dienst eines bayerischen Campusradios? – Es spielt eine Rolle als allgemeines Bewusstsein, so Veit Schwab, jedoch noch nicht so sehr im Tagesgeschäft. Vor allem sei wichtig, technische Neuerungen mitzumachen, meint Veit, und meint vor allem das Internet mit den Möglichkeiten eines Webstreams und Podcasts, darüber hinaus auch so etwas wie ein Redaktionsblog. Es geht um eine Profilschärfung für Campusradios, über die nicht zuletzt auch neues Personal rekrutiert werden könne. Ein Problem wäre es, wenn man sein Radio nur über den Webstream empfangen könnte, meint er: besonders für das Personal wäre das ein Motivationsproblem.

16:12 Daniel Eiber: Auch wenn wir uns hier in fünf Jahren wiedersehen, werden wir alle noch UKW-Radio hören. “Wir sind im Moment noch an einem Punkt, an dem wir noch nicht wissen, wo die Reise hingeht.” – und das gelte letztlich auch für die Sendebetreiber. Seiner Meinung nach muss der Vorteil eines fehlenden Quotendrucks genutzt werden, auch neue digitale Techniken einfach auszuprobieren.

16:16 Frage an Jörg: Welches ist der Hauptgrund, warum die Campusradios zusammen auftreten sein sollten? – Ein einzelner Sender würde – im Falle eines Falles – in politischen Gremien sicher kaum einen Termin für ein Gespräch bekommen, die Wahrscheinlichkeit dafür ist bei einem Interessensverband viel größer. Darüber hinaus sieht er vor allem in den Bereichen Marketing und Ausbildung die größten Chancen einer für alle fruchtbaren Kooperation.

16:21 Daniel Fiene fragt nach Ideen für neue Formate, die man gemeinsam entwickeln und produzieren könnte. – Daniel Eiber nennt als Beispiel ein Comedyformat fürs Handy, das zurzeit von einem großen Privatradio entwickelt wird. Eine solche Produktion – natürlich immer abhängig von Mitarbeiter- und Finanzressourcen – wäre ein beispielhaftes Projekt, das zeigen könnte, welches Potenzial in einer gemeinschaftlichen Arbeit der Campusradios stecken könnte.

16:24 Veit meint, man solle die sich momentan entwickelnden partizipativen Formate des Internets (Stichwort “Web 2.0”) mehr zu Gunsten der Campusradios nutzen. Er sieht hier noch erhebliches Potenzial für den Kontakt mit dem Hörer.

16:33 Daniel bittet jeden Referenten nach konkreten Vorschlägen für eine gemeinsame Arbeit im Lichte der Digitalisierung. Tenor: Gemeinsame Arbeit ist gewollt, sobald sie notwendig wird. “Augen und Ohren offenhalten.” Das ist natürlich wenig konkret, wie die Diskutanten zugeben müssen.

Abschlussfrage: Wie hören wir in 10 Jahren Campusradio? Jörg meint dazu nur: Mit den Ohren. Wer hätte das gedacht.

NRW-Innovationsminister Pinkwart stellt sich im Anschluss den Fragen von Studierenden in “Nachgefragt”. Moderation: Kate Maleike, Deutschlandfunk.

Live-Blog (6): Workshop 3 – Neues von den Campus-Radio-Programmen

Geschrieben von am 10. November 2007 in Live | Im Moment 5 Kommentare.

Auf dem Podium:

  • Charlotte Fricke,
    Radio Sirup, Siegen
  • Julia Mahncke,
    Vorstand, CampusRadio Bonn e.V.
  • Fabian Vandrey,
    Chefredaktion Hertz 87,9, Bielefeld
  • Johannes Zuber,
    PR-Chef, Radio Aktiv, Mannheim
  • Moderation: Norman Stahl,
    Chefredakteur eldoradio*, Dortmund

Radio Sirup14:32 Charlotte beginnt mit einem kurzen Vortrag zu ihrem Campusradio, Radio Sirup, momentan (und neuerdings) zu empfangen in Siegen auf UKW 92.1 MHz (vorher nur im Webstream). Das Programm beinhaltet vor allem eine Abendschiene, da die Erfahrung aus den nur-Web-Zeiten gezeigt hat, dass dies die Hauptzugriffszeit war.

Radio Sirup hat ca. 15 feste Mitarbeiter, plus einige wenige Freie.

14:45 Wir sind noch immer bei Radio Sirup. Bislang war wenig zu hören zu neuen inhaltlichen Programmformaten, wie es der Workshoptitel suggeriert. Vielleicht kommt das noch? Zunächst darf Julia vom Campusradio Bonn über ihr Programm referieren. Auch gibt es einige Hörbeispiele.

14:48 Julia berichtet in ihrem Vortrag über das Programm des Campusradios Bonn vor allem über das englischsprachige Magazin “The Miller & Johnson Show” und eine bestehende Kooperation mit einem US-Campusradio in Georgetown. Geplant ist auch eine Kooperation mit der Anglistik der Universität Bonn. Klingt anspruchsvoll, so eine ganze Sendung auf englisch zu moderieren. Problem natürlich dabei: das häufig kaum zu vermeidende Denglisch.

15:00 Fabian berichtet aus Bielefeld. Und geht ziemlich ins Detail. Über die Abendschiene weiß er: “Hier ist das Interesse der Hörerschaft sehr groß.” Was man von seinem Publikum hier vor Ort im Moment auch gern behaupten würde.

“Hertz 87,9 spricht über Dinge, die sonst nicht beachtet werden und unausgesprochen bleiben”, heißt es auf einer von Fabians Folien. Als Beispiel nennt er das Mäusesterben in Bielefeld. Aha. Norman Stahl schreitet moderierend ein und bittet um einige Worte zu neuen Formaten.

Unter anderem hat Hertz das Format “Die Sprechstunde”, in der Profs und Wissenschaftler zu aktuellen Themen befragt werden. In “HertzVisite” werden im Ausland Studierende von Hertz begleitet und erzählen von ihren Erlebnissen. Auch die Nähe zum Fußball-Bundesliga-Verein Arminia Bielefeld wird genutzt: so werden im neuen Format “Abgezockt” die bevorstehenden Bundesligabegegnungen auf der Playstation gespielt: Fans gegen Redakteure live on air. Am Ende der Saison gibt es die Playstation dann zu gewinnen.

15:18 Johannes aus Mannheim trägt vor: zunächst ist das Programm des dortigen Campusradios “sehr beitragslastig”, wie er meint. Besonders stolz ist Johannes auf eine neue Sendung, die sich unter anderem mit der politischen Komponente z. B. von Datenschutzproblematik an der Universität und in studentischen Bereichen allgemein befasst. Die Sendung ist zu etwa 50% fertiggestellt, wie er nebenbei bemerkt, also gibt es sie im Prinzip noch gar nicht.

Ab 15.30 Uhr geht es weiter mit dem nächsten Panel.

Live-Blog (5): Mittagspause

Geschrieben von am 10. November 2007 in Live | Im Moment ein Kommentar.

Ein kleiner Eindruck von der Mittagspause. Kollege Steve Jobs Daniel Fiene posiert freundlicher Weise:

Daniel Fiene beim Mittagessen

Live-Blog (4): Weiterer Programmüberblick

Geschrieben von am 10. November 2007 in Live | Im Moment keine Kommentare.

Wie das weitere Programm heute noch aussieht, ist im PDF der Landesanstalt für Medien nachzulesen.

Live-Blog (3) – Workshop 2: Personalmanagement im Campus-Radio: Strategien einer kontinuierlichen Personalentwicklung

Geschrieben von am 10. November 2007 in Live | Im Moment 2 Kommentare.

Auf dem Podium:

Podium 2

  • Wolfgang Sabisch,
    Programmleitung M94,5, München
  • Judith Salomon, Hochschulradio Aachen
  • Marcel Pauly, Chefredakteur Radio Aktiv, Mannheim
  • Daniel Chur, c.t. das radio, Bochum
  • Moderation: Nico Rau,
    Programmleitung kölncampus

12:28 Frage an alle Diskutanten: Wie sieht die Personalsituation im Lichte des Bologna-Prozesses (Bachelor/Master-Einführung) bei den einzelnen Sendern aus? Wolfgang Sabisch: Wir sind zwar kein klassisches Campusradio in München, merken aber deutlich, dass viele Leute mittlerweile deutlich auf einen Broterwerb neben dem Studium angewiesen sind, der ihnen die Zeit raubt, ehrenamtlich beim Radio zu arbeiten. Eine ähnliche Situation beschreibt Judith: viele Leute gucken sich das Radio mal an, aber nur wenige bleiben – vermutlich aus Zeitgründen? – dauerhaft. In Mannheim ein ähnliches Bild.

12:34 Ist aufgrund der neu aufgetretenen Problematik eine Änderung im Personalmanagement durchgeführt oder noch geplant? Wolfgang Sabisch beschreibt, dass ein 24-h-Vollprogramm nur durch den grundsätzlich hohen Personalzulauf (allein 46 Neulinge im aktuellen Ausbildungszeitraum) möglich ist. Hier wird ein ganzheitliches Ausbildungssystem in allen redaktionellen Teilbereichen angeboten – Was aber, wenn jemand nur begrenzt Zeit haben sollte? – Da müssen Kompromisse gefunden werden, so dass etwa ein Auszubildender nur ausgewählte Tage in der Woche anwesend sein muss. Gleichzeitig bietet M94.5 die attraktive Möglichkeit, ECTS-Punkte zu sammeln, die im Studium angerechnet werden.

12:42 Frage an Judith: Welche Kooperationen gibt es mit der Uni/FH in Aachen? – Pflichtpraktika der Bachelorstudierenden können beim Hochschulradio gemacht werden. Dabei wird natürlich versucht, die Praktikanten auch für längerfristige Mitarbeit zu begeistern. Auch Credit-Points können beim Aachener Campusfunk erworben werden.

Daniel ChurIn Mannheim gibt es keine Kooperation mit der Universität. “Es ist angedacht, das mal anzufragen”, meint Marcel Pauly, mehr aber bislang nicht. Eine fürs Studium verwertbare “Belohnung” in Form von Creditpoints erhält man in Mannheim also nicht.

12:50 Wie kann man Abwanderungen von Mitarbeitern zu anderen Sendern (mit Verdienstmöglichkeiten) verhindern bzw. solche entstehenden Lücken füllen? Wolfgang Sabisch meint, man müsse sich von der Vorstellung eines durchgehend hohen Personalniveaus verabschieden. Wenn es weniger Leute gibt, kann eben das kleine Kinomagazin vielleicht nicht mehr stattfinden, weil man sich mit weniger Leuten um die Kernkompetenzen des Radiosenders, z. B. die Morgensendung, kümmern muss.

12:55 Welche Rolle spielen Alumninetzwerke für die Ausbildung bei den Campusradios? – Bei kölncampus werden die Alumni auch für die Ausbildung von Neulingen eingebunden, also als externe Referenten. In Bochum, bemängelt Daniel Chur, ist das noch optimierbar, man wünscht sich aber interne Schulungen oder Airchecks mit eigenen Alumni, denn davon gibt es eine Menge.

13:02 Wo liegt der Fokus – wird den Neulingen vermittelt, das Campusfunk mehr ist als “nur” Moderation? – Judith weiß, dass in Aachen bei der Vorstellung des Senders (z. B. bei Einführungsveranstaltungen) alle Bereiche des Senders vorgestellt werden. In Bochum und Mannheim wird ebenso versucht, personell “abzuschöpfen, was geht”, da nicht jeder sich gleich zum Radiomoderator berufen fühlt.

13:05 Daniel Chur glaubt, dass es angesichts von Bachelor und Master sowie Studiengebühren immer schwieriger wird, Neulinge fürs Radio zu begeistern, und ihnen klar zu machen, “dass ihnen das auch was bringt”.

Fragestellerin aus dem Publikum

13:07 Frage aus dem Publikum: Gibt es bei den Campusradios so etwas wie einen längerfristigen Plan für die anscheinend prekärer werdende Personalsituation? – Eindeutig beantwortet wird diese Frage nicht. Es scheint aber Einigkeit darüber zu herrschen, dass der sich ändernden Situation der Studierenden auch von seiten der Campusradios Tribut gezollt werden muss. Eine einheitliche Lösung – wie ebenfalls aus dem Publikum gefragt – für alle Campusradios bzw. die Campusradios in NRW – scheint aber weder ersichtlich noch sinnvoll.

Es geht in die Mittagpause und hier ab ca. 14.15 Uhr weiter.

Live-Blog (2): Workshop 1 – Campus-Radio: Eine Chance für den beruflichen Einstieg?!

Geschrieben von am 10. November 2007 in Live | Im Moment ein Kommentar.

Der erste Workshop startet in wenigen Minuten. Auf dem Podium sitzen:

Podium 1

  • Christoph Flach,
    Journalist, Medienberater, Köln
  • Jürgen Lenz,
    Referent Bildungsmanagement REWE-Group; Leitung Kölncampus-Alumni; Geschäftsführer Förderverein Kölncampus
  • Oliver Peral,
    Chefredakteur 107,8 Antenne AC, Merzbrück
  • Mandy Schmidt,
    Volontärin Radio RPR1, Ludwigshafen
  • Moderation: Jörg Heeren,
    Ressortleiter Hochschulpolitik, Hertz 87,9, Bielefeld

11:03 Was hat Mandy bei ihrem Campusradio (Radio Triquency) gemacht? – Von redaktioneller Arbeit über Moderation und Promotionarbeit hat sie überall mal reingeschaut. Sie ist der Meinung, dass man sich aktiv aussuchen sollte, zu welchem Radio man gut passt, ob öffentlich-rechtlich oder privat. Der größte Kontrast, den sie nun bei RPR1 versus Campusradio entdeckt hat? – Die vielen Gewinnspiele im Privatfunk…

Wollte sie von Anfang an in die Medien? – Nein, eigentlich wollte sie Toningenieurin werden, fühlte sich dann aber zu wenig technisch talentiert.

11:08 Christoph Flach sieht im System Campusradio das Problem, das Ausbildung dort oft nur intern stattfindet. Das kann seiner Meinung nach zu einer ausgeprägten Binnensichtigkeit führen – daher wünscht er sich den Blick über den Tellerrand, also Ausbildungsreferenten auch von anderen Sendern und (Hörfunk-)Akademien.

Jürgen Lenz11.11 Jürgen Lenz kennt das von kölncampus: Die Aus- und Fortbildung wird intern besorgt; ältere Mitarbeiter schulen die Jüngeren, eine Art “Generationenvertrag” also, wie er meint. Dasselbe beobachtet er nun teilweise in seinem Beruf bei der REWE-Gruppe – dort profitiert er von den Erfahrungen beim Campusradio.

Jürgen hat viel mit Hochschulabsolventen zu tun, die von seinem Arbeitgeber angeworben werden. Die in der freien Wirtschaft gefragten Kompetenzen sind seiner Aussage nach Organisationstalent und die Fähigkeit, Projekte zuende zu führen.

11:15 Mandy hat sich für ein Volontariat entschieden; warum genau? – Mandy wollte aktiv von ihren Erfahrungen bei Radio Triquency profitieren und hat sich daher eine Ausbildung ausgesucht, die genau diese Kompetenzen verlangt.

11:18 Christoph Flach meint, erhebliche Unterschieden zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Volontariatsstationen zu erkennen. Dabei kann man seiner Meinung nach auch “sehr in die Tonne greifen”, wenn man im schlimmsten Fall z. B. im Privatrundfunk als Arbeitstier missbraucht wird. Die Öffentlich-rechtlichen Sender bieten hier seiner Meinung nach eine ganzheitlichere Ausbildung.

Aus seiner Sicht ist Campusfunk ideal, um sich “mal auszuprobieren”, er empfiehlt aber ein “kluges Selbstmanagement”. Das beinhaltet für sich selbst zu erkennen, welche Defizite man noch hat, und aktiv daran zu arbeiten. Außerdem warnt er im Vergleich zu professionellem Radio vor einer Unterschätzung des Drucks, der auf einem lastet, wenn man seine Brötchen mit dem Radiomachen verdient.

11:21 Frage an Jürgen: Wie sieht das Ehemaligennetzwerks von kölncampus aus? Mittlerweile ist das ein großes Netzwerk von ehemaligen Mitarbeiten, in dem gute Kontakte zwischen den Alumni, aber auch den noch aktiven Radiomachern geknüpft werden. Das können z. B. Hospitanzen sein, die vermittelt werden. Nicht zuletzt weiß man von der gemeinsamen Arbeit beim Campusradio, wer welche Kompetenzen hat.

11:25 Wie ist das bei so einem jungen Campusradio wie Triquency, gibt es dort einen Alumniverein? Mandy: Gibt es, wenn auch in kleinerem Umfang als in Köln – die Mechanismen sind aber ähnlich.

Christoph Flach11:30 Freie Mitarbeit vs. feste Stellen? Christoph: Die festen Stellen sind schlicht und einfach sehr rar. Christoph hält auch die Fahne hoch für die freie Mitarbeit (er selbst war nie fest angestellt): Wenn z. B. bei öffentlich-rechtlichen Sendern feste Stellen frei werden, sind das auch meist Zeitverträge. Er plädiert eher für ein möglichst breites Portfolio als Reporter bei möglichst vielen (öff.-rechtl.) Sendern. Ein unbefristeter Vertrag z. B. bei der ARD ist seiner Meinung nach mit “einem Lottogewinn” zu vergleichen.

11:32 Das Podium ist geschlossen der Meinung, dass man heute als Journalist heutzutage geradezu alles können sollte. Also muss man nicht nur im Radio gut klingen, sondern gerade auch im Onlinebereich tätig sein – wie baue ich eine Internetseite, wie schreibe ich dafür, wie fotografiere ich ordentlich dafür? “Die Aufbaujahre sind knallhart”, gibt Christoph Flach zu.

11:35 Interessant: Jürgen berichtet von Leuten, die zunächst auch nur “ans Mikrofon” wollten, dann aber etwa PR-Jobs beim Campusfunk gemacht haben und darüber in ihren heutigen off-air-Berufen gelandet sind, z. B. in Marketing, PR, Eventmanagement. Jürgen berichtet auch von zwei Fällen, die solche Jobs auch nur durch ihre Referenzen bei kölncampus bekommen haben.

11:37 Was sollte man studieren, um mal in den Medien zu landen? Christoph Flach: Früher galt: nur keinen klassisch-journalistischen Studiengang, da zu theoretisch – lieber etwas Fachfremdes, und nebenher freie Mitarbeit bei Radio, TV und/oder Zeitung. Heute aber, da die meisten journalistischen Studiengänge viel praxisnäher geworden sind, “wird das auch wieder gerne gesehen”.

11:45 Kleiner Themenwechsel: Bekommen die “Großen” aus freier Wirtschaft und Rundfunk was mit von den Campusradios? Jürgen: Sicher werden Campusradios nur in kleinem Rahmen gehört, aber Campusfunk ist – zumindest in Köln – durchaus bekannt und wird auch zitiert, z. B. in Tageszeitungen. Christoph ist bekannt, dass der eine oder andere Programmchef aktiv Campussender einschaltet, um “neue Leute abzugreifen”. Trotzdem muss man seiner Meinung nach “aktiv für sich werben”, um Beachtung zu finden – die Story vom anrufenden NDR2, die einen unbedingt haben wollen, hält er für ein Märchen.

11:50 Christoph Flach will uns die Laune verderben, wie er sagt. Er rät grundsätzlich zu einem Plan B! “Auch nach 2, 3 Jahren heftigster Anstrengung” kann man merken: ich hatte kein Glück, mir fehlt doch das letzte Quentchen Talent fürs Radiomachen, und so weiter. Für einen solchen Fall sollte man den Plan eines möglichen Quereinstiegs bereithalten. In der Medienwelt, meint er, muss man sich geradezu darauf verlassen, dass es eventuell nicht klappt.

11:55 Das Hochschulzeugnis, so Jürgen, ist nicht unbedingt das A und O bei einer Bewerbung in der freien Wirtschaft. Auch ein besonders kurzes Studium ist nicht so wichtig – wer sich nebenher z. B. beim Campusradio engagiert hat, und ein dadurch längeres Studium sinnvoll begründen kann, hat gute Chancen, in der freien Wirtschaft genommen zu werden.

11:58 Abschlussfrage: Was beeindruckt euch, was liebt ihr an Campusradios? Mandy: die Musik. Christoph: Die Möglichkeit, Grenzen zu sprengen, profiliert und mutig eigene Formate zu entwicken und dabei an die Hörer zu denken. Hierzu fordert er auch ausdrücklich auf. Jürgen: Die Möglichkeit, sich auszuprobieren – und die Menschen, die ganz offenbar mit viel Engagement ohne Bezahlung gern in diesem Medium arbeiten.

Live-Blog (1): Eröffnung des Campus-Radio-Tags 2007

Geschrieben von am 10. November 2007 in Live | Im Moment 2 Kommentare.

Hallo und herzlich willkommen zum Live-Blog!

Prof. Weiler bei seiner Rede10:00 Die Veranstaltung hat begonnen! Prof. Dr. Elmar Weiler (Rektor der Ruhr-Universität Bochum), Dr. Matthias Sträßner (Leiter der Hauptabteilung Kultur im Deutschlandfunk) und Andreas Schmidt (verantwortlich für den Campusfunk bei der LfM) halten ihre kurzen, aber herzlichen Grußworte. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle auch an die Kollegen von c.t. das radio, die in diesen Tagen den 10. Geburtstag ihres Campusradios feiern.

10:22 Es übernimmt Philipp Rummel, Chefredakteur von c.t. das radio, der moderierend durch “10 Jahre c.t. das radio” führen wird.

10:33 Ein schöner filmischer Zusammenschnitt alter und neuer Mitarbeiter von c.t. das radio wurde hier soeben gezeigt. Man merkt: Hier sind Leute am Werk, die ein echtes Herz für das Medium haben. Und das seit mittlerweile zehn Jahren.

Gleich geht’s hier weiter mit dem 1. Workshop: “Campus-Radio: Eine Chance für den beruflichen Einstieg?!”

Ankündigung: Live-Blog vom LfM-Campus-Radio-Tag 2007 am 10. November

Geschrieben von am 6. November 2007 in Sonstiges | Im Moment keine Kommentare.

Wir freuen uns mitteilen zu dürfen, dass unser LiveBlog bei Vitamin Q Fortsetzung findet: So wird Dominik Osterholt am kommenden Samstag, 10. November 2007, live vom Campus-Radio-Tag 2007 der Landesanstalt für Medien NRW (in diesem Jahr aus Bochum) bloggen. Los geht es ab 10 Uhr. Auch bei der abendlichen Verleihung des jährlichen Campus-Radio-Preises werden wir live dabei sein – und das alles hier im Blog von Bismarckallee 3. Den Programmflyer gibt’s hier.